Mit Rembrandt allein (nur die nette Dame der Aufsicht war dabei): Dieses Erlebnis hatte ich vorher noch
nie, aber am 21.3.25 - später Vormittag - war es tatsächlich soweit. Und es hat mich sehr beeindruckt:
Natürlich die Werke, aber auch die Ruhe, die man in bedeutenden Sammlungen nicht gewohnt ist.
Das bringt mich dazu, an die große und großartige Gemäldegalerie in der Akademie am Schillerplatz
zu erinnern, die vielleicht ein wenig im Schatten steht von Kunsthistorischem Museum und Albertina...
Die Kunstsammlungen aus Gemäldegalerie (ca. 1.200 Gemälde), Kupferstichkabinett (über 160.000
grafische Werke) und Glyptothek (450 Gipsabgüsse) gewähren einen großartigen Einblick und Überblick
über die europäische Kunstgeschichte. Dabei ist die herausragende Sammlung alter Meister aus einer
Schenkung im Jahr 1822 entstanden: Graf Lamberg - Sprinzenstein stellte dazu die außerordentliche
Bedingung, die von ihm geschenkten ca. 800 Gemälde seien der Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Herausragend im Bestand ist die flämische, holländische und italienische Malerei vertreten, so Rubens,
Bosch, Botticelli, Cranach, van Dyck, Rembrandt, Ruissdael, Tizian und Tiepolo. Nicht zuletzt ist das
Weltgerichts-Triptychon (1504-1508) des Hieronymus Bosch ein Schwerpunkt für die Besucher.
Mich beeindruckten besonders - bei der möglichen ruhiger Betrachtung - die berühmten Gemälde
"Lucrezia" (1532) von Lucas Cranach d. Ä. und die beiden ausdrucksstarken Werke von Rubens
"Boreas entführt Oreitya" (um 1613) sowie - auch als Kontrast - "Die heilige Caecilia" (1620).
Bedeutender Teil der Sammlung ist weiter die österreichische Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts,
vor allem Porträts, aber auch Historienbilder. Werke wichtiger österreichischer Künstler wie Herbert
Boeckl, Albert Paris Gütersloh, Max Weiler und Markus Prachensky führen in das 20. Jahrhundert und
in die Gegenwart.
Nur hingewiesen sei auf die von Prof. Dr. Aleander Roob kuratierte Ausstellung "Die Pfeile des wilden
Apollo. Klopstockkult & Ossianfieber: Ebenfalls sehr sehenswert - und bedenkenswert: Der geradezu
"Ur-Nordeutsche" Dichter des "Messias", Klopstock (1724-1803) in Wien!