Diesmal versuche ich, zwei bedeutende Galerien neben einander zu stellen, die sich durchaus unterscheiden,
aber beide recht neu und sehr beachtenswert sind.
Phileas. The Austrian Office for Contemporary Art
Gegründet wurde Phileas 2014 in Wien und finanziert sich aus Mitteln des Bundes und von Privaten.
Ziel ist die Unterstützung österreichischer Kunstschaffender und derer Institutionen zur Stärkung
ihrer internationalen Präsenz. Leistungen von Phileas sind u.a. die Hilfestellung für den Pavillon
von Österreich auf der Biennale von Venedig. Ein internationales Besucherprogramm lädt dazu
ganzjährig nach Österreich ein, das entsprechende Kontakte entwickelt.
Ausdrücklich erwähnt sei die ansehnliche Forschungsbibliothek in den Räumen des Instituts.
Ausgestellt werden derzeit (einschl. 26. April 2025) Arbeiten von Greta Schödl "Straßenpoesie".
Diese erste Einzelausstellung der Künstlerin (geboren 1929 in Hollabrunn) seit mehr als vierzig
Jahren in Österreich (die letzte fand 1977 im Künstlerhaus in Wien statt) begleitet ihre auffallende
Entwicklung als Künstlerin seit gut siebzig Jahren. Nach ihrem Studium lebt sie seit 1959 in Bologna.
Die Künstlerin wird von Richard Saltoun Gallery (London) vertreten.
Als bedeutende Vertreterin der Poesia Visiva ist für ihre Arbeit die Schrift entscheidend, die sie auf
einer großen Anzahl unterschiedlicher Materialien verwirklicht. Einige Arbeiten sind in einigen kleineren
Publikationen veröffentlicht, eine Gesamausgabe liegt nicht vor.
Als Kontrast: Die erfolgreiche internationale Kunsthandlung als "Filialbetrieb": Lumas Galerie Wien
LUMAS ist gegründet 2004 in Berlin von Stefanie Harig und Marc Ullrich und ist inzwischen in Europa
und Nordamerika mit neunzehn Galerien vertreten, die jeweils den Vorstellungen des jeweiligen Landes
folgen, so auch die Galerie in in Wien. Repräsentiert werden gut 250 Künstler und Künstlerinnen.
Zu diesen zählen Größen wie Jeff Koons und Damian Hirst. Ein Höhepunkt war New York (eröffnet 2006).
Als Zahl der von der Galerie betreuten Kunstliebhaber und Sammler wird mehr als 300.000 genannt.
Die "Geschäftsphilosophie" bedeutet, dass Kunst ein wesentlicher Teil von jedermanns Leben darstellt
und auch erwerbbar ist. Kunst hat immerhin die Aufgabe und die Fähigkeit, Leben zu verändern.
Und dazu muss Kunst demokratisiert werden.
Vgl. Hinweise zu den präsentierten Werken in: inspired, Vol. II 2024: 20 Years of liberation of arts.